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Ayla und der Clan des Bären
von Jean M. Auel

Genre: Historisch
Reihe: 1. Teil Kinder der Erde
Verlag: Heyne (2002)
Sprache: deutsch
übersetzung: Mechthild Sandberg
ISBN: 978-3453215252
Bindung: Taschenbuch
Seiten: 604
Kurzbeschreibung: Die Erde vor 30.000 Jahren. Das kleine Mädchen Ayla ist nach einem schweren Erdbeben die einzige überlebende ihres Stammes. Sie wird halbverhungert und verletzt von einer durchziehenden Neandertaler-Sippe entdeckt und aufgenommen. Ayla wird von der Medizinfrau des Clans aufgezogen, doch sie bleibt eine Fremde und das Mißtrauen wächst...
Erster Satz:
Nackt lief das Kind aus dem mit Fell überspannten Einschlupf der Felsenhöhe zu dem steinigen Stück Strand an der Biegung des kleinen Flusses.
Rezension:
Mit "Ayla und der Clan des Bären" beginnt eine 5 bändige Reihe über die Urzeit von vor 30 000 Jahren. Die prähistorische
Welt direkt aus dem Leben gegriffen.
Im ersten Band beginnt die Reise des Lesers durch die Urzeit an der Seite von Ayla. Als kleines Mädchen allein und verlassen,
schlägt sie sich durch die Wildnis bis sie von einem anderen Stamm aufgenommen wird. Dort muss sie ihre Kindheit sowie ihr
Dasein als junge Erwachsene, die durch Abneigung und Misstrauen gekennzeichnet sind, verbringen und hat mehr und mehr mit der
Andersartigkeit zu kämpfen. Besonders der Sohn des Anführers macht ihr Leben sprichwörtlich zur Hölle.
Während die einen Ayla mit offener Feindschaft begegnen, ist der Großteil des Clans ihr gegenüber unschlüssig. Nur die
Medizinfrau und ein Priester erkennen ihr Potential, ihre Stärken und geben Ayla das Gefühl, geliebt zu werden und ein Teil
der Familie zu sein.
Dieses Buch ist ein angenehmer historischer Roman mit detaillierter Beschreibung der damaligen Landschaft, Flora und Fauna
sowie einer Aneinandereihung verschiedener Schicksalsschläge sowohl mit "guten als auch schlechten Tagen". Die Autorin
vermittelt einen sehr lebendigen Eindruck davon, wie das Leben seinerzeit gewesen sein könnte. Besonders gelungen empfand
ich die Darstellung des Konfliktes anhand der Charaktere - wobei ich niemanden als gut oder böse abstempeln möchte. Vielmehr
kann man sich sehr gut in die Personen hineinversetzen und durchaus verstehen, was sie zu ihrem Handeln treibt. Obwohl der
Leser durchaus geneigt ist, auf Aylas Seite zu stehen, da sie oft die typische Opferrolle inne hat.
Dennoch gibt es einige Gründe, die mich allerdings davon abgehalten haben, die weiteren Bände dieser Serie zu lesen. Ich habe
einige weitere Bände angelesen und bis auf den ersten wollte mir keiner mehr so recht gefallen. Zum einen stört mich die
Tatsache, dass Ayla mehr und mehr zur perfekten Figur mutiert - sie kann und weiß alles: Sprachen, Heilmittel, Erfindungen,
wilde Tiere zähmen - alles kein Problem für Superwomen Ayla. Weiterhin sind Landschaftsbeschreibungen mitunter unabdingbar
für das Vermögen des Lesers sich hinein versetzen zu können und um eine passende Stimmung zu zaubern, aber jene wurden mir
letztendlich doch zu lang und eintönig. Wiederholungen nützen nicht viel und irgendwann kann sich der Leser ohne viele Worte
an bestimmte Orte und in Situationen hineindenken. Meiner Meinung nach hätten es weniger, dafür ausgewählte Worte auch getan.
Ebenso gefielen mir persönlich die vielen, durchaus übertrieben genau beschriebenen Zusammenkünfte zwischen Ayla und ihrem
Gefährten nicht wirklich. Zwischen Erotik und ordinären Worten liegt manchmal ein schmaler Grad und das Liebesspiel war mehr als
nur ordinär. Nichts gegen Erotik, aber das ist zuviel des Guten, zumal es sich ständig wiederholt und einfach nur nervt.
Leider zieht sich das in alle Bände durch. Auch scheint sich die Spannung von Band zu Band zu minimieren - sich steigernde
simple Landschaftsbeschreibungen und seichte Handlungen nehmen überhand.
Um ehrlich zu sein, kein schlechter Roman, den man durchaus lesen kann, aber die inhaltliche Übertreibung über eine
fehlerlose steinzeitliche Powerfrau ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Insgesamt muss jeder selbst entscheiden,
ob er diese Bände liest. Mir wurde das alles zu viel und daher blieb es beim ersten und damit einzigen Band.
Bewertung:
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