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Schwarzer Montag

  

von Garth Nix

Genre:  Fantasy
Reihe:   1. Teil Die Schlüssel zum Königreich
Verlag:  Bastei Lübbe (2008)
Sprache:  deutsch
übersetzung:  Axel Franken
ISBN:  978-3404205967
Bindung:  Taschenbuch
Seiten:  348

Leseprobe zur Leseprobe

Kurzbeschreibung: Eigentlich ist Arthur Penhaligon kein Held. Genau genommen ist ihm sogar ein früher Tod vorherbestimmt. Doch dann rettet ihm ein merkwürdiger Gegenstand das Leben, ein Schlüssel, geformt wie ein Uhrzeiger. Mit dem Schlüssel kommen bizarre Wesen aus einer anderen Dimension: finstere Boten mit blutverklebten Flügeln, eine Armee aus hündischen Schergen, angeführt von einem unheimlichen Fremden. Sie wollen den Schlüssel um jeden Preis zurück - auch wenn sie dazu Arthur und dessen Welt vernichten müssen. In seiner Verzweiflung wagt Arthur es, ein geheimnisvolles Haus zu betreten - ein Haus, das nur er sehen kann und das in andere Dimensionen führt. Dort muss er die Geheimnisse des Schlüssels lüften...


Erster Satz:

Eigentlich ist Arthur Penhaligon kein Held.


Rezension: Schwarzer Montag ist der Auftakt der Fantasy Reihe "Die Schlüssel zum Königreich" von Garth Nix und umfasst insgesamt 7 Bände, in deren Mittelpunkt Arthur steht. Eigentlich ist Arthur ein ganz gewöhnlicher Junge. Aber nicht nur das, er ist zudem noch ein Adoptivkind, Asthmatiker und Aussenseiter - wahrlich kein Held.

Gleich am Montag, dem ersten Tag in der neuen Schule, erleidet Arthur einen Asthma Anfall, der ihm das Leben kosten würde. Zwischen Leben und Tod schwankend begegnet er Herrn Montag, einer skurillen Gestalt. Dieser Montag verspricht äußerst aufregend zu werden und scheint von immenser Wichtigkeit für Arthurs weiteres Leben zu sein.
Das Besondere an der Geschichte ist die Kombination aus reellem Dasein und einer magischen Welt. In der einen ist Arthur der Schwächling, in der anderen angesehenes Erbe des Vermächtnisses. Der Einstieg ins Buch viel mir sehr leicht, obwohl der Leser sofort mit der verrückten Welt des "Hauses" konfrontiert wird. Das Buch richtet sich an Jugenliche als Zielgruppe und ist dementsprechend leicht verständlich und bildreich ohne langweilig zu sein. Mir gefällt, dass der Leser durch außergewöhnliche Begegnungen, unerwarteten Wendungen und Verfolgungsjagden mitfiebert und die feindlich gesinnten Charaktere etwas Bedrohliches an sich haben, auch wenn sie oftmals lächerlich wirken mögen. Dies gelingt besonders durch den Verzicht des Autors auf allzu umfangreiche Ausschweifungen. Stattdessen genießt der Leser einen leichten und lebendigen Schreibstil. Hinzuzufügen sind hier die schönen Zeichnungen von David Ernle, die einen Einblick in die andere Welt ermöglichen, den Text auflockern und die Atmosphäre des Buches wunderschön abrunden, sowie die mir bisher neuartigen Figuren, die Garth Nix erschaffen hat.

Interessant finde ich ebenfalls, wie die Themen Religion und freier Wille geschickt in die Geschichte eingewoben werden. So hat die "Architektin" eine Welt nach ihren Vorstellungen erschaffen und die Regularien in einem "Vermächtnis" festgehalten. Doch die Treuhändler, die die Namen der sieben Wochentage tragen, wollen ihre eigenen Ziele verfolgen und zerreißen das Vermächtnis in sieben Teile und sperren diese ein. Dumm nur, wenn eines davon entkommt...
Hier kommen wir auch schon auf eine meiner Lieblingscharaktere im Buch zu sprechen: das Vermächtnis - ansprechend und witzig. Man stelle sich einen magischen und mächtigen Papierfetzen vor, lebendig und zu allem bereit. Das Vermächtnis versteckt sich in einem kleinen Jadefrosch und leiert mit donnernder Stimme Psalmen herunter und erteilt ungefragt Kommentare, Ratschläge und Kommandos. Wunderbar, herrlich!

Ich war nach den vorherigen Büchern auf der Suche nach einem kurzweiligen, aber spannendem Lesevergnügen und genau das habe ich bekommen. All die Rätsel und Kuriositäten halten die Spannung konstant auf einem hohen Niveau und ich wollte unbedingt mehr darüber erfahren. Sehr fesselnd! Einziges Manko meiner Meinung nach ist, dass Herr Montag zu kurz kommt. Seine Perspektive wird vernachlässigt, sodass der Leser in Bezug auf sein Denken, seine Motivation und sein Handeln im Dunkeln tappt. Gerade diesem skurrilen Charakter hätte man für meinen Geschmack etwas mehr Aufmerksamkeit schenken können.

Bücher mit diesem Schema - Kinder, die in fremde und bizarre Parallelwelten geraten und dort Abenteuer erleben - sind seit "Alice im Wunderland" nichts Neues und es gibt zahlreiche Andere. Dennoch muss dieses Buch sich nicht mit Harry Potter oder anderen vergleichen lassen. Wie im Nachwort bereits treffend durch Michael Peinkofer festgestellt wurde, "besteht die Kunst der Fantasy nicht darin, völlig neue Dinge zu erfinden." Grundlagen des Genre sind die alten Märchen, Sagen und Legenden, "die uns seit Kindertagen vertraut sind" und schon immer die Fantasie des Menschen ansprachen. Und genau das gelingt dem Autor mit diesem Buch. Er greift ein alltbekanntes Thema auf und verbindet es mit frischen, spritzigen Elementen, wobei er dem Ganzen seine persönliche Note mitgibt und eigene Ideen verwirklicht.

Von "Schwarzer Montag" kann nicht allzu viel Tiefgang erhofft werden, was ich von einem unterhaltsamen Jugendbuch auch nicht erwarten möchte. Außerdem habe ich trotz einiger Schwächen nichts vermisst. Wer also Lust auf ein angenehmes Lesevergnügen hat, ohne sein Köpfchen mit anstrengendem Nachdenken zu belasten, ist bei diesem einfallsreichem Jugendroman genau richtig. Für mich gehören die folgenden Bände definitiv auf die Wunschliste, weil ich gespannt darauf bin, welche Abenteuer Arthur mit den "Morgigen Tagen" noch bevorstehen.

Bewertung:


Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars an den Bastei Lübbe Verlag!

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