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Die schöne Verführerin
von Claire Delacroix

Genre: Romance
Reihe: 6. Teil Bride Quest Reihe
Verlag: Ullstein (2004)
Sprache: deutsch
übersetzung: Ursula Walther
ISBN: 978-3548257984
Bindung: Taschenbuch
Seiten: 448
Kurzbeschreibung: Das Haus von Duncan MacLaren ist in Aufruhr: Noch immer ist die schöne Esmeraude nicht verheiratet. So lädt Duncan alle jungenRitter Schottlands ein, in einem Wettstreit die Hand seiner störrischen Stieftochter zu gewinnen. Doch plötzlich ist Esmeraude verschwunden. Ein seltsames Rätsel ist ihre einzige Spur. Nur wer es löst, soll sie gewinnen.
Erster Satz:
Die alte Festung war in Nebel gehüllt, als Bayard vor den Toren ankam.
Rezension:
Dieses Buch verspricht leichte, amüsante Unterhaltung und genau das bekommt der Leser auch, insofern er seine
Erwartungen nicht zu hoch ansetzt. Nichtsdestotrotz kann ich die weit verbreiteten, äußerst negativen Bewertungen
nicht ganz nachvollziehen. Das Buch ist jetzt kein literarisches Meisterwerk, aber davon darf man bei solchen
Büchern auch nicht ausgehen.
Die Protagonisten können nicht von Anfang an überzeugen. Ritter Bayard wird anfangs als eigensinniger Egoist
dargestellt und erscheint äußerst unsympatisch. Im Lauf der Geschichte erfährt man aber seine Beweggründe und kann
durchaus nachvollziehen, was ihn zu seinem Handeln bewegt. Auch wenn er arrogant, etwas zu sehr von sich überzeugt und
stellenweise rücksichtslos auftritt, er hat nur Gutes im Sinn. Einziges Problem: er hat sich geschworen, niemals zu
lieben.
Esmeraude hingegen wirkt etwas albern und bringt einen gewissen Nerv-Faktor mir. Trotzdem fand ich sie recht amüsant,
sind mir doch schon weitaus dämlichere Heldinnen untergekommen. Sicherlich handelt Esmeraude keineswegs wie eine
Jungfrau aus dem 12ten Jahrhundert, dazu ist sie viel zu "selbstbewusst". Leider bringt sie noch die nervigen
Eigenschaften wie kindlichen Trotz und stupider Naivität mit. Das kann schon sehr nervig sein. Und natürlich glaubt sich
100%ig an die eine wahre Liebe. Na wer wittert an dieser Stelle Konfliktpotential?
Aus diesem Grund ist es auch recht amüsant zu lesen, wie die beiden aneinander geraten
Die beiden scheinen aus Trotz und Eigennutz zu handeln und wie nicht anders zu erwarten, machen sich die beiden
oftmals das Leben unnötig schwer. Das mag den einen oder anderen Leser stören, doch ist es nicht so wie reelle
Menschen sich verhalten? Wie oft ist man böse oder enttäuscht, weil man nicht das zu hören bekommt, was man will.
Wie oft reden Liebende aneinander vorbei, weil sie nicht in der Lage sind, offen auszusprechen, was sie bewegt. So
sind Menschen nun mal und die Protagonisten handeln nicht anders. Jeder hat seine eigenen Hintergründe, die ihn und
seinen Charakter prägen und dementsprechend auch andere Erwartungen an die Zukunft. Das es dabei zu Konflikten kommt,
sollte nichts Neues sein ;)
Nur leider zieht sich das Ganze recht lang hin, sodass man als Leser irgendwann genervt ist, weil nichts Spannendes
passiert. Zum Glück ist genau in dem Moment, wo es mir fast zu viel wurde, etwas Aufregendes passiert. Die Lady gerät
ind Gefahr und natürlich rettet ihr Ritter sie heldenhaft. Das ist bei einem Happy End Buch auch nicht anders zu
erwaten. Sicherlich war das alles vorhersehbar und nicht gerade pure Dramatik, aber dennoch eine angenehme Wende in
der Geschichte. Natürlich kommt das zum Ende hin alles sehr schnell und chaotisch und auch Bayards Gefühlsumschwung
kommt etwas unrealistisch daher.
Ein bisschen Finetuning an den Charakteren hätte noch einiges mehr aus dem Buch holen können, denn Bayard bringt gute
Ansätze eines traumhaften Helden mit sich. Nur Esmeraude ist und bleibt Geschmackssache
Insgesamt kein herausragendes Buch, aber dennoch angenehme und unterhaltsame Lektüre. Wenn einem danach der Sinn steht,
dann wird man mit dem Buch nichts Falsch machen. Mir persönlich stand der Sinn nach einer seichten und doch
unterhaltsamen Liebesgeschichte mit einem überritterlichen Helden und einer pseudo-selbstbewussten und doch naiven
Heldin. Und genau das konnte mir das Buch bieten. Falls man mal nicht weiß, was man als Nächstes vom SuB lesen soll
oder einem noch ein vorher gelesenes, anspruchsvolleres Buch im Kopf herum schwirrt, kann man sich mit dieser Lektüre
wunderbar ablenken und einen verregneten Nachmittag überbrücken. Und wer dieses Buch nicht liest, hat natürlich auch
nichts verpasst.
Bewertung: 
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